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Funde und Erkenntnisse

Mittwoch, den 29. September 2010 um 05:58 Uhr | Geschrieben von: Franz Dietmann | PDF | Drucken | E-Mail
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Bei der Sanierung der Mauerkrone der Westmauer, wurden mehrere intakte Dachziegel gefunden, die von Erde bedeckt an einem Felsvorsprung an der Mauer lehnten.

Im gesamten Hof wurden an Stellen, wo aus verschiedenen Gründen gegraben werden musste, massenhaft Dachziegelbruchstücke gefunden, die durchwegs Krümmungen aufwiesen. Aufgrund der Funde der intakten Dachziegel und der Bruchstücke, lässt sich schließen, dass die Dächer mit Mönch/Nonne-Ziegel  eingedeckt waren und nicht mit den hier eigentlich bekannteren Biberschwanzziegeln.(enstanden wohl im 14. Jrhdrt. in den Lehmgruben um Nürnberg herum) 

Dachziegel

Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass die Hauptburg kein Wohngebäude hatte, sondern nur eine Fliehburg war und die Wohngebäude sich in der umgebenden Vorburg befanden. Durch die massenhaften Funde von Dachziegeln im Hof der Hauptburg und auch dem Fund einer ´Ofenplatte´ sowie von Keramikscherben, lässt sich schließen, dass es einen Palas, gegenüber des Bergfriedes, auf der Westmauer gab, der im oberen Teil über der massiven Natursteinmauer, aus einem überkragendem Fachwerk bestand.

 

Ofenplatte
Gürtelschnalle und Keramikscherben
Keramikscherben

Ofenplatte- diente wohl zur Regulierung der Zuluft, durch verschieben in der Führung der rechten Platte

Gürtelschnalle und Keramikscherben Keramikscherben

Weiterführendes zur Keramik: Sammlung mittelalterlicher und neuzeitlicher Keramik. Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen

 

Die Hauptburg machte etwa ¼ der gesamten Burganlage aus. Aufgrund ´planierter´ Flächen innerhalb der Vorburg ist anzunehmen, dass auch hier mehrere Gebäude standen. Der Verlauf der Umfassungsmauer und des Burggrabens lässt sich heute noch verfolgen, ebenso ist der ehemalige Eingang zur Vorburg noch zu bestimmen. An den Ecken der Umfassungsmauer scheinen ebenfalls Türme gestanden zu haben, da zumindest an 2 Ecken sich größere Steinhaufen befinden. Da nur noch von der Hauptburg aufgehendes Mauerwerk vorhanden ist, scheint die Vorburg schon längere Zeit vor der Hauptburg, die um 1457 noch von einem württembergischen Burgvogt (Benz von Hausen) bewohnt war, größtenteils verfallen zu sein. Die noch vorhandenen aufgehenden massiven Mauern der Hauptburg scheinen noch in etwa die ursprüngliche Höhe zu haben und nur das darüber gelegene Fachwerk fehlt. Die Mauern jeweils neben dem Palas, die Wehrmauern, hatten sehr wahrscheinlich eine abgestürzte dünnere Brüstungsmauer, die auf der jetzt noch vorhandenen Mauer aufgesetzt war und einen hölzernen überdachten Wehrgang (Beispiel einer Hurde).

Hurde

Als dann die Hauptburg aufgegeben wurde, wurde dann wohl das Dach abgedeckt, die intakten Ziegel und alle Holzbalken (also auch das Fachwerk), sowie alles was irgendwie verwertbar war mitgenommen und die im Jahre 2003 gefundenen intakten Dachziegel aus irgendeinem Grund, angelehnt an der Mauer, stehen gelassen.

Die Mitnahme von Dachziegeln und zugehauenen Balken (was noch verwendbar war) ersparte Kosten durch die Wiederverwendung. Die Holzbalken mussten damals komplett mit der Breitaxt in ihre Form gehauen werden und so mussten die dann bei ihrer Wiederverwendung nur noch in der richtigen Länge abgesägt werden.

1474 wurde die Burg als Burgstall (war also unbewohnbar) bezeichnet. Die Burg wurde somit im Zeitraum zwischen 1457 und 1474 aufgegeben.

 


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Aktualisiert (Freitag, den 04. Februar 2011 um 04:44 Uhr)

 



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