Geschichte der zwei Burgen
Geschichte der Burg
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Zu den beiden Burgen in Neufra gehörte ein relativ großer Besitz: der abgegangene Weiler unter Lichtenstein, das Dorf Bitz, Güter und das Gericht in Mägerkingen und Hausen a. L. Unterhalb der Burgen lag auch ein Fischweiher, das 'Seelein unter Lichtenstein´, welcher im 16. Jhdrt. aufgegeben wurde.
Später gehörte den Lichtensteinern das halbe Dorf Neufra, weil die Bewohner des Weilers unter Lichtenstein nach Neufra gezogen waren. Sie blieben lichtensteinische Untertanen. Das ursprüngliche Dorf Neufra gehörte den Grafen von Gammertingen (Genealogie). (Grafen von Gammertingen , Burg Baldenstein in Wikipedia). Zugehörigkeit zum Herzogtum Schwaben , Zugehörigkeit zu Heiliges Römisches Reich >> Deutsche Adelsgeschlechter >> Herrscher
Die Gemeinde Neufra hat heute ein geteiltes Wappen, einen silbernen Flügel auf blauem Grund (das Wappen der Herren von Lichtenstein) und einen blauen Löwen auf silbernem Grund (das Wappen der Grafen von Gammertingen).
Lichtensteiner Familien waren in fast allen Orten zwischen Gammertingen und Honau vertreten. So waren z.B. die Herren von Holstein und von Melchingen (Burgenwelt) aus der Familie der Lichtensteiner. Bei den Zwiefalter Chronisten werden einige Niederadelsgeschlechter erwähnt, die sonst nirgendwo vorkommen, wie z.B. ein Landolf von Neufra. Zu dieser Zeit saß der Ortsadel auf Höfen innerhalb der Dörfer. Das Kloster Zwiefalten bekam um das Jahr 1100 in Neufra einige Güter geschenkt und im Zusammenhang mit der Schenkung wird in der Nähe der Kirche ein steinernes Haus unter den sonst üblichen strohgedeckten Holzhäusern erwähnt. Dieses Steinhaus gehörte einer Hemma von Stöffeln (Edelfreien von Stöffeln), die es zusammen mit drei Höfen, 1152, dem Kloster schenkte. Das Kloster tauschte dann dieses Steinhaus gegen neun Morgen Land mit einem Adligen Landolf von Neufra. Hinweise zu diesem Steinhaus und Hemma von Stöffeln: Zeitschriften für Geschichte . Siehe auch´edelfreie Abkunft´. Zu den ´von Stöffeln´ siehe auch Schwäbische Adelsgeschlechter.

Stammväter der Lichtensteiner könnten die Brüder Heinrich und Milo sein, die von einem Zwiefalter Chronisten um 1140 als adlige Dienstleute des Grafen Ulrich von Gammertingen bezeichnet wurden. Um 1180 wird ein Gebhard von Lichtenstein erwähnt, als Dienstmann des Grafen von Ronsperg, den Erben der Grafen von Gammertingen. Markgraf Heinrich von Ronsperg kam über die Erbtochter Udilhild von Gammertingen in den Besitz der Herrschaft. Nach dem Aussterben der Ronsperger wurden die Lichtensteiner Dienstleute der Grafen von Württemberg . Zwischen den Ronspergern und Württemberger war noch kurz ein Graf Ulrich 1. von Berg (bei Ehingen, ca. 1160-1210) im Besitz der Herrschaft; dieser war mit einer Tochter des Grafen von Ronsperg, Namens Udilhild, verheiratet.
Der schon erwähnte Gebhard von Lichtenstein war vermutlich der Vater oder Großvater der Brüder Gero, Gebhard, Swenger und Ludwig von Lichtenstein, die 1243 genannt wurden. Einer dieser Brüder (oder ein Nachkomme) hat wohl die Burg Lichtenstein (nicht die heutige Burg) bei Honau erbaut. Diese wurde jeweils um 1310 und 1377 von den Reutlingern zerstört. Ein Heinrich von Lichtenstein wird 1251, ein Ludwig v. L. 1262 erwähnt. In derselben Urkunde wird auch ein Gero v. L, Sohn des Swenger v. L. erwähnt. Zu spärlich sind die Nachrichten über die Lichtensteiner, um einen zusammenhängenden Stammbaum zu erstellen.
Seit der ersten Hälfte des 15.Jhdrt. gab es in unserer Gegend keine Lichtensteiner mehr. Wahrscheinlich sind sie nach dem Verkauf ihrer Besitzungen weggezogen, oder auch die eine oder andere Linie ausgestorben. Auch in Reutlingen selbst, gab es Lichtensteiner. Am längsten überlebte die Linie der Neckarhauser Lichtensteiner. Ein Fähnrich Anton von Lichtenstein fiel als letzter seiner Familie 1687 in Oberungarn.
Aktualisiert (Sonntag, den 30. Oktober 2011 um 10:23 Uhr)


